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Bordeaux

Aus. Ende. Vorbei. Ich ziehe mich aus dem Handel mit Bordeaux-Weinen zurück. 

Zwar hat sich in den vergangenen Jahren in Bordeaux viel getan. Fangen wir mit dem Guten an: Brettanomyces (Pferdestallaromatik) findet man immer seltener - dies war jahrzehntelang bis zu Beginn dieses Jahrhunderts ein weitverbreitetes Problem. Außerdem geht Bordeaux Bio: mittlerweile (Stand 2025) sind ca. 75 Prozent der Weinbaufläche nach einem ökologischen Ansatz zertifiziert, davon ca. 20.000 Hektar Bio-Fläche (zertifiziert oder in Umstellung). Noch vor etwas mehr als 10 Jahren waren es nur ca. 30 % mit Bio- oder Nachhaltigkeitszertifikat. Eine tolle Veränderung!

Nun leider zu den kritischen Dingen: die Tendenz zu Merlot steigt, häufig auf Kosten von Cabernet Sauvignon. Nun habe ich nichts gegen Merlot, aber die Welt braucht nicht unbedingt noch mehr davon und im guten Bordeaux (linkes Ufer) sollte er m.E. nur als Cuvéepartner dienen. Weichere Weine - das ist i.d.R. der Beweggrund - sind zwar konsumfreundlich, aber nicht unbedingt für guten, lager- und reifefähigen Bordeaux der Sinn. Der Klimawandel verschont auch Bordeaux nicht und ist dort ein großes Thema, für die die Winzer eine Lösung suchen. Die Folgen der Erwärmung sind alkoholschwangere (Verzeihung) Rotweinbomben, oft um die 15 Volumenprozent. In Einzelfällen, wenn das bestens integriert ist, geht das noch. Doch nicht wenige Weine bekommen eine brandige Note - und diese verstärkt sich leider mit der Alterung noch.

Zweifellos gibt es noch gute Bordeaux-Weine von Winzern, die vorausschauend und mit viel Investitionen und Know-how taktieren. Doch für eine größere Zahl ist die Zeit vorbei. Ähnlich wie einige Bauern in meinem Dorf, hat man einfach weiter gemacht wie immer. Oder kann ich hier vielleicht auch Volkswagen als Beispiel nennen? Veränderte Gewohnheiten der Menschen, Veränderungen des Marktes und in diesem Fall besonders auch der Klimawandel hat man nicht beachtet. Im Fall von Bordeaux bedeutet das konkret: sehr viele Weine entsprechen nicht mehr dem klassischen Bordeaux. 

Was wird die Folge sein? In den letzten 5 Jahren hat sich die Rebfläche um 27 % reduziert und das geht immer schneller voran! Immer mehr Winzer gehen in die Insolvenz oder geben einfach auf. Es ist kein Ende in Sicht, aber wie immer wird es eines geben. Man wird sich umstellen auf andere Rebsorten, andere Herstellungsverfahren, modernere, ja günstigere Weine und andere Geschmacksrichtungen. Es wird keinen oder kaum noch Weine wie früher geben, keine ehrfurchtsvollen Chateau-Abfüllungen, die jahrelange reifen müssen oder sollen, keine Subskription und auch keinen Parker, der die Weine bewertet. Auch wenn ich das noch kenne, ich werde es nicht vermissen. Mag sein, dass ich ein wenig übertreibe, aber in etwa wird es so ablaufen. Ich freue mich schon auf neue, attraktive und kreative Weine aus dem Bordeaux und werde zu gegebener Zeit reagieren. Im Moment verkaufen wir noch kleine Restbestände ab.